Sonntag, 23. Januar 2011

Die ultimative Glasfroschsammlung

So, ne Fledermausliste gibts schon, jetzt wirds mal langsam Zeit uns meiner zweiten Lieblings-Tiergruppe zu widmen: Frösche und ganz besonders Glasfrösche! Ein paar kennt ihr vielleicht schon, aber von denen kann man einfach nicht genug kriegen. Inzwischen hab ich 7 Arten gesehn, damit steh ich ungefähr bei der Hälte, in Costa Rica kommen so um die 14 Arten vor. Letzte Woche haben wir bei einer ziemlich verrückten fünfstündigen Flußexpedition nen Erstnachweis für das Reserve Tirimbina gefunden und gestern hab ich endlich den Putzigsten überhaupt gefunden. Den hab ich seit Jahren in sämtlichen Flüßen verfolgt - und gestern gefunden...direkt am betonierten Weg, bevor man überhaupt in den Wald reinkommt. Fragt mich nicht, wie der da hingekommen ist.

Cochranella spinosa im Amplexus, kurz vor der Eiablage. Hier in Tirimbina gesehn. Ein recht häufiger Geselle.



Cochranella granulosa aus Manuel Antonio, also vom südlichen Pazifik. Der is noch von 2005.




Centrolenella prosoblepon, das ist der Nachbar von C. spinosa. Den hab ich am gleichen Fluß hier in Tirimbina erwischt.


Cochranella albomaculata. Vom Amateur häufig mit Hyalinobatrachium fleischmanni verwechselt, aber der hier is viel weniger durchsichtig am Bauch (der humanistisch Gebildete mit Altgriechischkenntnissen kann sich das natürlich vom Namen herleiten ;) . Also merken für die nächste Costa Rica Reise: Immer auch von unten anschaun, sonst kann man sich net sicher sein ;)



Hier haben wir dann schon den ersten echten Hyalinobatrachium, nämlich H. pulveratum. Der saß plötzlich in nem Nachbarreserve (Pozo Azul) beim Fledermausfangen im Netz. Komisch, aber ich fands gut ;)



Hier isser, unser Erstnachweis für Tirimbina, d.h. wir sind die Ersten und bisher auch Einzigen, die ihn hier gesehn haben. Wohl deswegen, weil der an den üblichen Pfaden nicht zu finden ist und wir den bei ner Tour, teilweise bis zum Bauch im Fluß, gefunden haben. Centrolenella ilex heisst er.



Und hier die Crème de la Crème unter den Glasfröschen: Hyalinobatrachium valerioi. Furchtbarer Name, wahnsinns Tier. Das war der, der einfach außerhalb des Waldes direkt am Weg saß, wo er eigtl. überhaupt nicht hingehört. Der wollte wohl auch ein bisl Aufmerksamkeit von den Touris.

Mittwoch, 19. Januar 2011

da isser wieder...

Servus zusammen,

also, ich bin wieder im Dschungel angekommen und seit gestern hat endlich der Dauerregen aufgehört. Drum konnte ich mal raus und Fotos machen. Momentan scheint der Mond in vollster Pracht. D.h. da is mit Fledermäuse nicht viel anzufangen.
Übrigens hab ich im Profil meine lokale Handynummer für dringliche Suffanrufe (gell Dürri) angegeben und die Postanschrift - Geschenke zum 17.Mai bitte rechtzeitig verschicken ;)

Na dann kommen wir mal zu den Fotos. Ein paar Sachen kennt ihr schon, aber irgendwann hat man halt das meiste gesehn ;)



Die erste tierische Sichtung: Ein Bruder im Geiste...Faultier ;)



Da wir die Wege hier schon alle kennen, gabs zur Abwechslung mal ne Flußexpedition. Angst vorm Nasswerden sollte man allerdings nicht haben.



Die Crew: Wito, ich und Mäx (v l n r). Keine Angst, konnte nix passiern, wir warn bis an die Zähne bewaffnet.



Ei gugg amal:



Ein Basiliscus plumisfrons-Weibchen...



und ein paar Meter weiter das zugehörige Männchen.



Da oben in der Felswand hängt was interessantes, also auffi!



Gleich bin ich dran...



Huch! Ne Schlange...waaaahhh die will nicht in die Tüte rein.



Puh, eingetütet. Leider wars nur eine Imantodes cenchoa und nicht die erhoffte I. inornata. Erstere haben wir leider schon unzählige Male gesehn.



Waaah, schau mal da:



Ne dicke Vogelspinne (Psalmopoeus reduncus). Da freut sich der Wito



Ein dicker Krebs, der sich als Mitternachtssnack irgend einen Samen reinfährt.



Das ist abgefahrn: Treiberameisen, die sich in einem Palmblatt verbissen haben, um quasi eine Brücke zu bauen, damit die Artgenossen mit Beute und Brut drüberklettern können.



Warum das Ganze? Vom Palmblatt aus gings auf ne Wurzel und dann auf die andre Seite des Flusses. Verrückt, diese sozialen Insekten...


Die Kollegen gibts auch noch: Lanzenotter (Bothrops asper). So ne Große hab ich aber schon seit 5 Jahren nimmer gesehn.



Endlich! Zum ersten mal hab ich live gesehn, wie ne Schlange nen Frosch verfolgt, erwischt und schließlich verspachtelt. Wahnsinn, das wollt ich schon ewig sehn. Und das beste dran: Das Ganze hat sich direkt neben meiner Hängematte abgespielt ;)