Freitag, 4. März 2011
Zur Abwechslung mal wieder ein paar Tiere
Hat ein bisl gedauert mit neuen Tierfotos, aber bei der Telemetrie kann ich leider nicht fotografieren. Also musste ich mich größtenteils mit dem begnügen, was neben meinem Schreibtisch aus dem Baum fällt. Aber es ist immerhin einiges nettes zusammen gekommen.
Das hier ist gleich was besonderes, hab ich gestern gesehen, als ich Fledermäuse zum besendern gesucht habe: Auf Englisch Tayra, in Costa Rica Tolomuco (haha, witziger Name) und auf biologisch Eira barbara. Keine Ahnung was das genau ist, auf jeden Fall aus der Familie der Wiesel (Mustelidae) und ich denk mal man kanns am ehesten mit nem Baummarder vergleichen. Auf jeden Fall ein riesen Brocken und die beiden die ich gesehen habe, haben mich ganz schön aggressiv angeknurrt.
Gleich noch ein Säugetier: Das heißt hier Zorro, also eigtl. Fuchs, is aber ein Opossum.
Hier ein Flycatcher-Pärchen, das direkt vor meinem Schreibtisch ein Nest baut. Artbestimmung gern erwünscht, ich hab grad kein Vogelbuch zur Hand. War gleub irgendwas mit cinereum...
Das ist die machaca oder insecto maní. Also Erdnussinsekt. Der Name kommt vom erdnussförmigen Kopf. Die Butterflyladies haben mich wissen lassen, dass das der größte Schnabelkerfe (Hemiptera) von Welt ist...Impressive!
Hier das making of...nicht alle Bilder entstehen im Wald, sondern manche auch in meinem Zimmer. Hatte keine Kamera dabei, als ich sie gefunden hab, drum musste sie mit und am nächsten Tag hab ich sie natürlich wieder nach Hause gebracht.
Putziges Vogelmännchen...
...und zugehöriges Weibchen. Artvorschläge?
Da schlägt das Orniherz höher: Ein großer Motmot, Baryphthengus martii.
Oachkatzerl gibts hier übrigens auch ;)
Electron platyrhynchum. Auch ein Motmot, aber ein viel kleinerer...verdammt, ich kann nur noch kursiv schreiben, grml...
Das sind Raupen vom Eulenfalter Caligo eurilochus. Das werden mal ziemlich große Schmetterlinge mit großen Augen auf den Flügeln.
Eine kleine harmlose Natter: Ninia sebae.
Den hatten wir schon ein paar Mal, aber auf dem Bild sieht er irgendwie witzig aus...Basiliscus plumifrons.
Eine juvenile Ameiva festiva. Hübsch gefärbt.
Ein Tinamu. Letztens hat ein holländischer Tourist, als er eines gesehn hat, ganz aufgeregt geschrien: Schau mal da, ein Dodo!! OH MEIN GOTT, wie dumm Menschen sein können!!!!!!!
Botriechis schlegelii. Eine kleinere Lanzenotter, aber trotzdem gefährlich.
Ne Schildkröte, bei der ich mir noch nicht ganz sicher bin, was es ist. Hab mal kurz nachgelesen...schaut nach Rhinoclemmys sp. aus. Is aber net so ganz trivial, weil die so dreckig is. Vielleicht find ichs noch raus...
Und zum Abschluß noch ne echte Korallenschlange: Micrurus nigrocinctus.
Costa Rica abseits des Dschugels
Irgendwie ist mir aufgefallen, dass ich kaum Bilder aus dem Alltag mache und meistens nur Tiere fotografier. Drum kommen heut mal ein paar Impressionen vom Land und was wir hier sonst so machen:
Hier im Hintegrund sieht man eines meiner Waldfragmente, in denen ich arbeite. Manchmal leiht mir ein Kumpel sein Auto, weil das ein bisschen bequemer ist, als mit Taxis. Außerdem ist auf den Straßen hier ein 4x4 fast dringend notwendig.
Um zu meinem Wald zu kommen muss ich immer durch Grundstücke von Privatleuten. Unvorstellbar, aber hier sagt jeder "klar doch" wenn man fragt, ob man nachts in seinem Garten rumsteuern darf. Und so wie oben schaun hier die typischen Fincas aus. Riesiger Grund mit kleinen Häusern. Das hier links ist schon eine Luxushütte.
Noch so eine typische Finca: Jede Menge Viehweide und vereinzelte Häuser.
Und noch mehr davon...diesmal der etwas heruntergekommene Typ.
Rinder zur Fleischproduktion. Erkennbar an den Schlappohren. Milchvieh schaut aus wie bei uns. Auf jeden Fall haben die Tiere hier ein Traumleben, weil sie meistens zig Hetar große Areale zum Bewegen haben.
Wer mich schon immer mal dahin gewünscht hat, wo der Pfeffer wächst: Ich bin angeommen ;)
So wächst der also, hab ich auch zum ersten mal gesehn.
Hier hat er schon mehr Wiedererkennungswert. So getrocknet wird er dann exportiert.
Neben der Pfefferplantage die Ananasplantage. Sind Bromeliengewächse und da in der Mitte wächst dann die Ananas raus. Immer eine pro Pflanze.
Hier wächst das Obst (Bananen) für den Nachtisch mit Fleischbeilage.
Nach dem Ausflug musste ich erstmal die Kühlergrillverkleidung wieder anbauen lassen. Die ist von den holprigen Starßen abgefallen. 20min Arbeitszeit + Material = 2 Dollar
Strategisch günstig neben der Werkstatt: Eine Soda: das ist ein kleines Imbissrestaurant ohne Aloholschanklizenz
Das typische costarikanische Frühstück: Gallo Pinto (wörtlich übersetzt abgemalter Gockel). Ist erstmal komisch, Reis und Bohnen zu frühstücken, aber ich finds oberlecker.
Hier wirds zubereitet ohne Gas oder Elektroherd, sondern auf Holzfeuer. Man sagt die machen das beste Essen in ganz Sarapiquí.
Wenn man dann doch ausnahmsweise nen Tag frei hat, kann man sich nen Tagesausflug gönnen. Zum Beispiel wie hier zu den Thermales bei Aguas Zarcas. Das sind heiße Thermalquellen mitten im Urwald.
Herrvorragend zum Abhängen...
...und Bier trinken. Das links is übrigens der Max, seines Zeichens Ornithologe und für gut eine Woche mein Feldassistent. Da kann ich im Nachhinein nur nochmal sagen: Thanks Mäx, great job!!!
Partys gibts auch manchmal, so wie hier zum Abschied von Mäx und den Butterflyladies Laura&Annie. Da gibts dann meistens ne Mischung aus Bier, Salsa und Merenge.
Und wenn man wie ich ne Hängematte hat, ist man auch selten allein, weil sich meistens fremde Leute drin tummeln, wenn man grad nicht selber drin liegt ;)
So wächst der also, hab ich auch zum ersten mal gesehn.
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