Sonntag, 7. August 2011

jetzt aber wirklich der Abschiedspost!

Da es in meinem Zimmer aussieht, als ob ne Bombe eingeschlagen hätte und ich keine Lust habe, weiterzupacken, habe ich mir gedacht, ich mach doch noch einen Post. Außerdem sind Fledermäuse stark unterrepräsentiert auf den letzten Fotos - also hab ich die letzten Fangnächte nochmal kräftig Fläuse fotografiert. Nicht dass einer denkt, ich arbeit mit Fröschen...
Ich war letzte Woche für 4 Tage irgendwo am Ende der Welt in ner Hütte mitten im Wald ohne Strom und Wasser aus der Leitung. Hat mich stark an meine Diplomarbeit am Amazonas erinnert. War alles recht rustikal, aber trotzdem schön, mal seine Ruhe zu haben. Aber seht einfach selbt.

Ab Freitag bin ich dann wieder zurück, insofern die Fluglotsen nicht streiken...Bis dann!!

Das war mein luxuröses Heim für 3 Nächte. Panchos Hütte. Pancho ist ein alter Waldschrat, der aupasst, dass die Wilderer nicht den Wald leerjagen.



Hier das Erdgeschoss, schön luftig und alles da, was man braucht: ein Tisch, joa, das wars...


Mein Zimmer, hinter der Wand links wohnt Pancho, hinter der Wand rechts ne Fledermauskolonie...da hab ich mich wohl gefühlt :)


Mein persönlicher Wasserfall kurz nach Sonnenaufgang.



Hübsches Panorama beim Zähneputzen, nachdem man gerade vom Geschrei vorbeifliegender Papageien geweckt wurde.


Jetzt aber zu den Tieren, hier erstmal wieder ein Beifang: Das ist ein bissiger Trogon...


...der hat Widerhaken am Schnabel, drum kriegt man den Finger nur ganz schwer wieder raus, wenn er erstmal drin ist.

Vampyressa nymphaea, eine Vegetarier-Fledermaus. Die Kerle mit den Streifen im Gesicht fressen Früchte.

Uroderma bilobatum, auch Streifen, also auch Früchte.

Chiroderma salvini, sieht irgendwie ein bisschen geistig zurückgeblieben aus.

Kennt ihr wahrscheinlich schon, aber trotzdem immer wieder putzig. Ectophylla alba.

Und hier beim Gruppenkuscheln in ihrem Zuhause, einem Heliconienblatt.

Artibeus watsoni, mein Hauptuntersuchungsobjekt

Artibeus jamaicensis, der größere Kollege vom watsoni.

Artibeus lituratus, der größte Fruchtfresser hier in Costa Rica.

Thyroptera tricolor, die hat Saugnäpfe an den Hand und Fußgelenken um sich an der Innenseite von zusammengerollten Heliconienblättern festzusaugen. Und kaum größer, als mein Daumennagel. Evolution ist verrückt...

Tonatia saurophila, die frisst Insekten.

Trachops cirrhosus, der frisst hauptsächlich Frösche.

Phyllostomus discolor, frisst alles mögliche.


Das ist eine, die Nektar aus Blüten trinkt und deswegen ne ziemlich lange Zunge hat. Drum hängt die auch meistens vorn ausm Mund raus. Glossophaga commissarisi.


Mimon crenulatum, ein putziger Geselle mit einem langen Nasenblatt...

...aber nix gegen Lonchorhina aurita. Die hat das länste Nasenblatt und die größten Ohren von allen. Verrückt...

Und schließlich noch Phylloderma stenops. Extrem selten in Costa Rica und deswegen ein ziemlich besonderer Fang.

Jo, das wars dann mit hübschen tropischen Tierfotos für die nächste Zeit. Schau mer mal, wanns weitergeht...

Samstag, 16. Juli 2011

Abschieds-Post

So, das wird dann vorraussichtlich der letzte Post aus Costa Rica, da mir nur noch knapp 4 Wochen bleiben. Da wird wohl nicht mehr so viel Zeit zum fotografieren sein. Am 11.8. ist Heimreise angesagt, für die, dies noch nicht wissen. Die zeit verfliegt, ich bin glaub ich inzwischen schon über ein halbes Jahr hier. Wird wohl Zeit, dass ich mich wieder zu Hause blicken lasse. In den letzten 2 Monaten sind mir noch ein paar nette Tierchen vor die Linse gekommen. Also genießt es, bis zu meinem nächsten Tropentrip kann es wohl noch ne Zeit dauern. Dann mal bis im Sommer in good old Germany ;)

Netter Beifang beim letzten Fledermausfangen. Ein juveniler Kauz, der aus Versehen ins Netz gegangen ist. Bei der Artbestimmung sind sich die Ornis momentan noch uneinig ob Ciccaba nigrilineata oder C. virgata.

Himmelblaue Vogeleier im Wald, ca. 1.5 fache Hühnereigröße? Komisch...sind aber Tinamueier, ein Vogel, der am Boden rumrennt. Interessant ist, dass ein Männchen auf die Eier von mehreren Weibchen aufpasst und anschließend auch alleine die Jungen aufzieht. Rabenmütter!!



Dendrophidion vinitor, eine kleine Natter, die ich während der Telemetrie beim Schlafen gestört habe.

Mastigodryas melanolomus, auch eine kleine Viper, die eigtl. nur schlafen wollte, bis ich kam.


Dipsas bicolor, eine schneckenfressende Schlange.

Eine irre Raupe.


Noch eine, aber viel kleiner.

Das ist Lophostoma brasiliense, eine Fledermausart, die Termitennester aushöhlt um darin zu wohnen.


Eine baumbewohnende Kröte, Incilius coniferus, nie zuvor gesehen und damit Art Nummer 52 für mich.


Das ist einer von den Laternenträger, genau wie das Insekt mit dem Erdnusskopf, nur viel kleiner und ohne Erdnuss.



Auch ein Laternenträger, aber mit irrer Camouflage.
Uuund noch ein Laternenträger...



Das ist der Great Curassow, so ein Truthahnähnlicher Vogel, nur viel hübscher als ein Truthahn ;) Hat auf jeden Fall ne coole Frisur.


Das ist eine Leptodeira septentrionalis, die sich gerade das Laich von einem Rotaugenfrosch zum Abendessen reinfährt. Die grünlichen Kügelchen sind übriggebliebene Eier.


Und Tataaaaaa, beim dritten Anlauf auf der Amphibienstation hats endlich mit Agalychnis spurelli geklappt. Art Nummer 53 auf der Liste.


Diesmal waren die Kerle überall. Hier 2 Männchen, die gerade um ein Weibchen ringen.



Der da oben hat gewonnen ;)



Und mal wieder ein Salamander, Bolitoglossa colonnea.



Der Frosch hatte weniger Glück, das ist ein Rana warszewitschii, der von einer Wanderspinne überrascht wurde.


Das hat allgemeines Bedauern ausgelöst...


Und noch eine neue Schlangenart für mich: Imantodes inornata.


Undnoch ein Glasfrosch der sich lange vor mir vesteckt hat: Hyalinobatrachium fleischmanni. Damit bin ich bei 54 Froscharten.


Zum Abschluss noch ein Glasfroschmännchen, das auf seine Jungen aufpasst. Das ist Hyalinobatrachium valerioi, der über seine potentiellen Nachkommen wacht.

Mittwoch, 18. Mai 2011

Tiere, Tiere, Tiere, Tiere...

Inzischen ist es ein bisschen her seit dem letzten Tierpost, drum hatte ich ein bisschen Zeit zum Sammeln und es sind ein paar nette Sachen zusammen gekommen. Ansonsten ist nicht viel passiert, ausser dass wir gestern anlässlich meines Geburtstags in Guayacan waren, um eine explosive Reproduktion von A. spurelli zu sehen, die eigtl. immer zum Vollmond im Mai stattfindet, der zufällig auf meinen Geburtstag gefallen ist. Leider hat es eine Woche vorher so übelst geschüttet, dass die Tiere zu früh dran waren. Naja, wir versuchens im Juli wieder, da hat man auch gute Chancen, ein paar von den Tieren zu sehen. Jetzt zu den Fotos:


Los gehts mit verrückten Raupen. Die sind hier vor kurzem haufenweise geschlüpft und waren im Zimmer, im Bad, in den Schuhen, einfach überall. Zum Glück waren die nicht giftig...


Die war schon giftiger. Wito hat reingefasst und hat ordentlich gebrannt. Irres Vieh.

Das ist eine Larve von einer Fulgoridae, so eine Art Zikade. Das Adulttier schaut dann komplett anders aus, wie...keine Ahnung ;)


Das ist auch so ein "Planthopper", wie die Larve oben.


Eine Membracidae. Ein Insekt mit einer irren Mimikry. Täuscht wohl vor einen fiesen Stachel zu haben und will so Feinde abschrecken.


Eine putzige Mantis, oder Gottesanbeterin. Die schwirren einem immer lustig um den Kopf, solange man das Licht an hat.

Noch eine Mantis.


Jawoll, der erste adulte, voll ausgewachsene Herkuleskäfer, den ich sehe. Ich würde mal auf gute 15cm Körperlänge tippen. Ein riesen Vieh.

Ein mini-Skorpion, Tityus oceleote, gerade mal um die 3cm groß und auch nicht besonders giftig.



Bolitoglossa alvaradoi. Eine der Salamanderarten in Tirimbina. Rare to see, das ist erst meine 2. Art und diese kommt eigtl. selten am Boden sondern höher in den Bäumen vor.



Hier waren wir dann an meinem Geburtstag am Amphibien-Forschungszentrum. Das hier ist ein subadultes Tier, weil es noch den Kaulquappenschwanz hat. Wir dachten erst, es wäre ein Glasfrosch...

...aber dann ist uns noch ein fast ausgewachsenes Tier begegnet und es war Hyloscirtus palmeri, eine Froschart, die nur an 2 kleinen Punkten in CR vorkommt und extremst selten ist. Laut Spezialist eine der seltensten Arten Costa Ricas. War übrigens meine 51. Froschart in Costa Rica. Die 60 könnte ich vielleicht noch schaffen...

Ein putziger Dendrosophus ebraccatus bei der Balz im Teich.




Das war der eigentliche Grund für den Geburtstagstrip: Ein juveniler Agalychnis spurelli. Für einen Ausgewachsenen hat es leider nicht gereicht, aber das nächste Mal dann.



Eine neue Schlangenart für mich: Sibon longifrenis. Die war auch am Froschteich, um Froschlaich zu verputzen, denk ich mal. Eigentlich fressen die Schnecken.



Das ist irre: eine Leptodeira septentrionalis, die gerade eine Ninia sebae verspachtelt. Sehr ungewöhnlich, dass die erstere Art Schlangen frisst...


...und es ist ihr wohl auch nicht so ganz gut bekommen, weil eine Stunde später war nur noch das vollgeschlonzte Opfer zu finden. War übrigens nicht tot, sondern ist etwas angeschlagen davongeschlängelt.



Und wo wir schon bei Schlangen als Prädatoren sind: Hier eine Oxybelis fulgudis, die einen Yigüiro, so eine Art Amsel und Nationalvogel Costa Ricas, verputzt. Kaum zu glauben, dass der da rein passt. Letztes Jahr hab ich eine gefunden, die einen jungen Truthahnvogel gefressen hat und dann dran erstickt ist. Morgen weiss ich vielleicht, wies ausgegangen ist.


Hier der Höhepunkt meiner jungen Fledermausologenkarriere: Ein Centurio senex, die verrückteste und eine der seltensten Fledermäuse hier. Das ist der Traum eines Jeden, der hier mit Fledermäusen arbeitet. Die Natur hat mich dieses Jahr reich zum Geburtstag beschenkt.



War übrigens ein Weibchen. Erst war sie recht grantig, aber dann wollte sie gar nicht wegfliegen. Total putzig...