Da es in meinem Zimmer aussieht, als ob ne Bombe eingeschlagen hätte und ich keine Lust habe, weiterzupacken, habe ich mir gedacht, ich mach doch noch einen Post. Außerdem sind Fledermäuse stark unterrepräsentiert auf den letzten Fotos - also hab ich die letzten Fangnächte nochmal kräftig Fläuse fotografiert. Nicht dass einer denkt, ich arbeit mit Fröschen...
Ich war letzte Woche für 4 Tage irgendwo am Ende der Welt in ner Hütte mitten im Wald ohne Strom und Wasser aus der Leitung. Hat mich stark an meine Diplomarbeit am Amazonas erinnert. War alles recht rustikal, aber trotzdem schön, mal seine Ruhe zu haben. Aber seht einfach selbt.
Ab Freitag bin ich dann wieder zurück, insofern die Fluglotsen nicht streiken...Bis dann!!

Das war mein luxuröses Heim für 3 Nächte. Panchos Hütte. Pancho ist ein alter Waldschrat, der aupasst, dass die Wilderer nicht den Wald leerjagen.

Hier das Erdgeschoss, schön luftig und alles da, was man braucht: ein Tisch, joa, das wars...

Mein Zimmer, hinter der Wand links wohnt Pancho, hinter der Wand rechts ne Fledermauskolonie...da hab ich mich wohl gefühlt :)

Mein persönlicher Wasserfall kurz nach Sonnenaufgang.

Hübsches Panorama beim Zähneputzen, nachdem man gerade vom Geschrei vorbeifliegender Papageien geweckt wurde.

Jetzt aber zu den Tieren, hier erstmal wieder ein Beifang: Das ist ein bissiger Trogon...

...der hat Widerhaken am Schnabel, drum kriegt man den Finger nur ganz schwer wieder raus, wenn er erstmal drin ist.
Vampyressa nymphaea, eine Vegetarier-Fledermaus. Die Kerle mit den Streifen im Gesicht fressen Früchte.
Uroderma bilobatum, auch Streifen, also auch Früchte.
Chiroderma salvini, sieht irgendwie ein bisschen geistig zurückgeblieben aus.

Kennt ihr wahrscheinlich schon, aber trotzdem immer wieder putzig.
Ectophylla alba.

Und hier beim Gruppenkuscheln in ihrem Zuhause, einem Heliconienblatt.
Artibeus watsoni, mein Hauptuntersuchungsobjekt
Artibeus jamaicensis, der größere Kollege vom
watsoni.
Artibeus lituratus, der größte Fruchtfresser hier in Costa Rica.
Thyroptera tricolor, die hat Saugnäpfe an den Hand und Fußgelenken um sich an der Innenseite von zusammengerollten Heliconienblättern festzusaugen. Und kaum größer, als mein Daumennagel. Evolution ist verrückt...
Tonatia saurophila, die frisst Insekten.
Trachops cirrhosus, der frisst hauptsächlich Frösche.
Phyllostomus discolor, frisst alles mögliche.

Das ist eine, die Nektar aus Blüten trinkt und deswegen ne ziemlich lange Zunge hat. Drum hängt die auch meistens vorn ausm Mund raus.
Glossophaga commissarisi.
Mimon crenulatum, ein putziger Geselle mit einem langen Nasenblatt...

...aber nix gegen
Lonchorhina aurita. Die hat das länste Nasenblatt und die größten Ohren von allen. Verrückt...

Und schließlich noch
Phylloderma stenops. Extrem selten in Costa Rica und deswegen ein ziemlich besonderer Fang.
Jo, das wars dann mit hübschen tropischen Tierfotos für die nächste Zeit. Schau mer mal, wanns weitergeht...
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